Jetzt ist der Urlaub tatsächlich schon vier Wochen her. Durch die Feiertage und andere Aktivitäten hatte ich kaum Zeit und auch nicht so viel Lust diese langen Einträge und die Fotos vorzubereiten. Jetzt sind Lust und Energie wieder da und es geht weiter mit meinem Indienreisebericht.
Unter den folgenden Links sind die anderen Beiträge und Fotos von Indien und Indien 1 und Indien 2 zu finden.
Nach Palitana war Ahmedabad unser nächstes Ziel. Ahmedabad ist die Hauptstadt von Gujarat und liegt nicht auf der gängigen Touristenroute. Sie hat uns aber gereizt, weil man in Ahmedabad noch eine unsprüngliche, von Touristengeschäften verschonte und pittoreske Altstadt und einige architektonisch sowie kunsthistorisch sehenswerte Moscheen besichtigen kann. Außerdem den Gandhi Ashram und in der Umgebung, in Patan, einen sehr seltenen Stufenbrunnen sowie einen sehr schönen Surya Tempel in Modhera.
In der Altstadt waren wir einen halben Tag unterwegs und die Einblicke in die indische Lebensweise waren einfach toll. Ebenfalls sehr eindrucksvoll war der Besuch im Tempel einer Hindusekte. Mein Mann wurde dem 17. Nachfolger des Sektengründers während seiner Audienz vorgestellt. Ich war in dieser Zeit in den Räumlichkeiten, die den Frauen vorbehalten sind.
Als nächstes ging es nach Udaipur, das 1983 sehr bekannt wurde, nachdem rund um den Picola See der James Bond Film Octopussy gedreht wurde.
Hier sind wir vier Tage geblieben, weil es in Udaipur selbst und auch in der weiteren Umgebung einiges anzuschauen gab, z.B. Mount Abu und Ranakpur mit unzähligen Jain-Tempeln und Fort Kumbalgarh.
Bei der Ankunft in Udaipur hatten wir auf der Suche nach unserem Hotel einige Erlebnisse der besonderen Art. Ich sage nur ...Fahrt durch die Altstadt mit einem den Gegebenheiten nicht angepassten Fahrzeug.
Diese Gassen sind ja schon für ein Auto zu schmal, aber wenn sich zwei SUVs begegnen ist es am besten man schaut und hört überhaupt nicht mehr hin - machen kann man ohnehin nichts, sondern sich nur noch in sein Schiksal ergeben.
Da kein Inder in einem Fahrzeug auch nur ein Stückchen zurückweicht, sondern alle nur nach vorne drägen, sieht und hört man im Geiste schon Metall auf Metall knirschen. Außerdem quetschen sich noch Mopedfahrer, dreirädrige Mopedrikschas, Fussgänger, für die eigentlich sowieso gar kein Platz mehr vorhanden ist vorbei sobald irgendwo auch nur eine kleinste Lücke entsteht. Aber das Fahrkönnen unseres Fahrer war unglaublich und es gab tatsächlich noch nicht mal einen Kratzer wenn die Autos sich, ich würde sagen, im Millimeterbereich aneinander vorbeischoben.
Ein weiterer Schock war ein unbeschreiblicher Gestank von einem verwesenden Tier (war am nächsten Tag aber wieder weg) und die unendlichen Massen an Touristengeschäften. Das müssen mehrere hundert sein.
Aber unser Hotel war klasse und wir haben die Zeit an diesem malerischen Ort sehr genossen.
Noch einige allgemeine Bemerkungen zur Verkehrssituation aus Sicht eines Touristen-Fussgängers in Indien:
In Udaipur war es relatv einfach. Wenn ein anhaltendes Gehupe hinter einem ertönte und man sich auch noch in einer Engstelle der Strasse befand, konnte man sich mit einem beherzten Sprung auf die Vortreppen eines Hauses retten. Nach rechts und links der Strasse zu gehen oder vor Schreck zu springen konnte man nur mit Vorsicht tun. Man musste aufpassen nicht an eine Hauswand gequetscht zu werden oder in einen der offenen Abwaesserkanäle zu treten.
In der Grossstadt sah es schon ein wenig anders aus, da war es manchmal fast lebensgefährlich.
Der sicherste Weg eine mehrspurige Strasse zu überqueren war sich an eine heilige Kuh zu hängen, wenn die sich anschickte über die Strasse zu gehen. Man konnte dabei nur hoffen, dass ihr Ziel auch die andere Straßenseite war. Auf jeden Fall war man geschützt, weil für die Kuh bremsen alle.
Auch eine sichere Variante war es mit unserem Reiseführer unterwegs zu sein. Der brachte per Handzeichen die Autos und andere Verkehrsteilnehmer wenigstens dazu ihr Tempo etwas zu drosseln bzw. zum kurzen Anhalten. Man musste aber damit rechnen, dass ein sehr lautes Hupkonzert die Trommelfelle zum Vibrieren brachte.
Auch zu empfehlen war es, dann die Strassenseite zu wechseln, wenn Inder dies taten. Da blieb man am besten in ihrer Nähe und versuchte es ihnen nachzumachen im sicheren geschmeidigen und zügigen Gang, ohne nach rechts und links guckend, hinüberzugehen.
Die gefährlichste Variante war - man versuchte es ganz alleine und selbständig.
Hoffnungsvoll wartete man auf eine kleine Verkehrslücke, nutzt sie schnell und sprintete los.
Oder man wagte es sich in den Verkehr der Strasse zu stürzen und lief hakenschlagend, plötzlich abstoppend und wieder loslaufend, hektisch nach rechts und links guckend rüber und kam hoffentlich unbeschadet an. Wir haben es zum Glück jedes Mal geschafft, wenn auch mit viel Herzklopfen.
Hier ist eine kleine Videoeinspielung, wie jemand unter Einsatz seines Lebens eine Strassenüberquerung in Indien gefilmt hat.
Sonntag, 6. Januar 2008
Sonntag, 30. Dezember 2007
Was sind Grödel?
Also haben wir uns jetzt zu Weihnachten Grödel geschenkt und gestern bei dem sonnigen Wetter gleich ausprobiert.
Wir sind in ein Schneefeld geraten und zwischendurch bis zu den Oberschenkeln eingesunken. Das Vorankommen war äußerst mühselig und sehr sehr anstrengend. Im Winter sind die Wege manchmal schlecht zu finden und die Ausschilderung vom Sommer passt nicht immer. Aber alles ist gut gegangen und wir haben uns auf einer Alm bei einer Gulaschsuppe wieder erholt. Auf die Weiterwanderung zum Gipfel haben wir dann aber lieber verzichtet.
Ich kann nur sagen Winterwanderungen in den Bergen sind wirklich spannend, abenteuerlich und man verbraucht viele Kalorien.
Ganz herzlichen Dank für Eure Weihnachtsgrüße. Wir haben die Tage ohne viel Tam-Tam verbracht, die Schwiegereltern und Freunde besucht und in München die Ausstellung über die Königsgräber der Skyten angesehen.
Gestrickt habe ich auch einiges, aber es gibt noch nichts zum Vorzeigen.
Ich habe gesehen, dass einige ihre Strick-Jahresstatistiken fertig haben. Das hat mich daran erinnert, dass ich meine Pullover- und Sockenübersicht 2007 mal wieder auf den neuesten Stand bringen muss.
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Wandern
Was sind Grödel?
Also haben wir uns jetzt zu Weihnachten Grödel geschenkt und gestern bei dem sonnigen Wetter gleich ausprobiert.
Wir sind in ein Schneefeld geraten und zwischendurch bis zu den Oberschenkeln eingesunken. Das Vorankommen war äußerst mühselig und sehr sehr anstrengend. Im Winter sind die Wege manchmal schlecht zu finden und die Ausschilderung vom Sommer passt nicht immer. Aber alles ist gut gegangen und wir haben uns auf einer Alm bei einer Gulaschsuppe wieder erholt. Auf die Weiterwanderung zum Gipfel haben wir dann aber lieber verzichtet.
Ich kann nur sagen Winterwanderungen in den Bergen sind wirklich spannend, abenteuerlich und man verbraucht viele Kalorien.
Ganz herzlichen Dank für Eure Weihnachtsgrüße. Wir haben die Tage ohne viel Tam-Tam verbracht, die Schwiegereltern und Freunde besucht und in München die Ausstellung über die Königsgräber der Skyten angesehen.
Gestrickt habe ich auch einiges, aber es gibt noch nichts zum Vorzeigen.
Ich habe gesehen, dass einige ihre Strick-Jahresstatistiken fertig haben. Das hat mich daran erinnert, dass ich meine Pullover- und Sockenübersicht 2007 mal wieder auf den neuesten Stand bringen muss.
Dienstag, 18. Dezember 2007
Indien 2
Vielen Dank für Euer Interesse, es macht mir Spaß die Reise nochmals in Gedanken und Bildern vorbeiziehen zu lassen.
Hier ist nun die Fortsetzung:
Von Bombay ging es mit dem Flugzeug weiter, nach Aurangabad. In den folgenden 2 1/2 Tagen haben wir die Stadt selbst sowie die Höhlen von Ellora und Ajanta besichtigt.
Diese Höhlen gehören als bedeutendste historische Bauwerke Indiens zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurden im 2.- 10. Jh. von indischen Künstlern und Gläubigen des Buddhismus, Jainismus und Hinduismus geschaffen. Ganze Kathedralen, Kapellen und Klöster hat man damals in den Fels gehämmert und zusätzlich reich mit Skulpturen ausgeschmückt.
Eigentlich sind alle Höhlen beeindruckend, aber das großartigste Bauwerk in Ellora ist der Kailasha Tempel. Aus dunklem Vulkangestein wurde ein Shiva Tempel gehauen, dem mystischen Berg Kailash, dem Wohnsitz der Götter, nachempfunden.
In Ajanta können neben wunderschönen Skulpturen auch farbenfrohe Felsmalereien betrachtet werden, die Geschichten und Legenden aus Buddhas Leben sowie Sitten und Gebräuche am Hof darstellen.
Auf der Fahrt zu den Besichtigungsstätten sind uns immer wieder endlose Karawanen mit Ochsenkarren begegnet. Wanderarbeiter, die als Erntehelfer oder auf Baustellen arbeiten, ziehen mit ihren Familien und ihrem ganzen Hab und Gut zum nächsten Arbeitsplatz.
Von Aurangabad sind wir zurück nach Bombay geflogen und von da aus weiter nach Ahmedabad. Ab jetzt ging es für ca. 5000 Kilometer mit dem Auto weiter. Unser nächstes Ziel war Palitana, im Bundesstaat Gujarat, einer der fünf wichtigsten Pilgerorte der Jains. Hier gibt es eine Kurzinfo zum Jainismus.
Das Tempelgelände mit 836 Marmortempeln liegt auf einem Berg und ist über 3500 Stufen zu erreichen.
Um 6:30 haben wir unseren Aufstieg begonnen, denn er ist entsprechend anstrengend und um die Mittagszeit wird es glühend heiß. Begleitet wurden wir von einem 72-jährigen Reiseführer, der uns immer wieder ermahnt hat langsam und gleichmäßig zu gehen. Er besteigt diesen Berg seit seiner Kindheit mindestens 2x die Woche und ist entsprechend fit gewesen. Ich hatte noch tagelang Muskelkater, denn der Abstieg war nicht weniger anstrengend und vorallem in der prallen Sonne.
Viele Pilger haben sich hochtragen lassen und auch wir wurden am Fuß des Berges von Trägern bestürmt. Wir hätten uns in eine Art Gartenstuhl setzen können, der auf zwei Bambusholmen befestigt ist und von vier Männern getragen wird. Oder im Schneidersitz auf einem an einem Bambusholm aufgehängten Sitz setzen und von zwei Männern getragen werden. Diese Holme liegen ohne irgendeine Polsterung auf den Schultern dieser Träger. Schon das Zusehen hat mir weh getan und mit ihren nicht selten übergewichtigen Pilgern laufen diese dünnen Männer dann ca. zwei Stunden zum Gipfel.
Für uns kam es nicht in Frage uns Hochtragen zu lassen. Trotzdem kommt man auch in Konflikte, weil diese Tragearbeit die einzige Verdienstmöglichkeit für die Männer in dieser Gegend ist.
Hier ist nun die Fortsetzung:
Von Bombay ging es mit dem Flugzeug weiter, nach Aurangabad. In den folgenden 2 1/2 Tagen haben wir die Stadt selbst sowie die Höhlen von Ellora und Ajanta besichtigt.
Diese Höhlen gehören als bedeutendste historische Bauwerke Indiens zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurden im 2.- 10. Jh. von indischen Künstlern und Gläubigen des Buddhismus, Jainismus und Hinduismus geschaffen. Ganze Kathedralen, Kapellen und Klöster hat man damals in den Fels gehämmert und zusätzlich reich mit Skulpturen ausgeschmückt.
Eigentlich sind alle Höhlen beeindruckend, aber das großartigste Bauwerk in Ellora ist der Kailasha Tempel. Aus dunklem Vulkangestein wurde ein Shiva Tempel gehauen, dem mystischen Berg Kailash, dem Wohnsitz der Götter, nachempfunden.
In Ajanta können neben wunderschönen Skulpturen auch farbenfrohe Felsmalereien betrachtet werden, die Geschichten und Legenden aus Buddhas Leben sowie Sitten und Gebräuche am Hof darstellen.
Auf der Fahrt zu den Besichtigungsstätten sind uns immer wieder endlose Karawanen mit Ochsenkarren begegnet. Wanderarbeiter, die als Erntehelfer oder auf Baustellen arbeiten, ziehen mit ihren Familien und ihrem ganzen Hab und Gut zum nächsten Arbeitsplatz.
Von Aurangabad sind wir zurück nach Bombay geflogen und von da aus weiter nach Ahmedabad. Ab jetzt ging es für ca. 5000 Kilometer mit dem Auto weiter. Unser nächstes Ziel war Palitana, im Bundesstaat Gujarat, einer der fünf wichtigsten Pilgerorte der Jains. Hier gibt es eine Kurzinfo zum Jainismus.
Das Tempelgelände mit 836 Marmortempeln liegt auf einem Berg und ist über 3500 Stufen zu erreichen.
Um 6:30 haben wir unseren Aufstieg begonnen, denn er ist entsprechend anstrengend und um die Mittagszeit wird es glühend heiß. Begleitet wurden wir von einem 72-jährigen Reiseführer, der uns immer wieder ermahnt hat langsam und gleichmäßig zu gehen. Er besteigt diesen Berg seit seiner Kindheit mindestens 2x die Woche und ist entsprechend fit gewesen. Ich hatte noch tagelang Muskelkater, denn der Abstieg war nicht weniger anstrengend und vorallem in der prallen Sonne.
Viele Pilger haben sich hochtragen lassen und auch wir wurden am Fuß des Berges von Trägern bestürmt. Wir hätten uns in eine Art Gartenstuhl setzen können, der auf zwei Bambusholmen befestigt ist und von vier Männern getragen wird. Oder im Schneidersitz auf einem an einem Bambusholm aufgehängten Sitz setzen und von zwei Männern getragen werden. Diese Holme liegen ohne irgendeine Polsterung auf den Schultern dieser Träger. Schon das Zusehen hat mir weh getan und mit ihren nicht selten übergewichtigen Pilgern laufen diese dünnen Männer dann ca. zwei Stunden zum Gipfel.
Für uns kam es nicht in Frage uns Hochtragen zu lassen. Trotzdem kommt man auch in Konflikte, weil diese Tragearbeit die einzige Verdienstmöglichkeit für die Männer in dieser Gegend ist.
Labels:
Indien/India
Indien 2
Vielen Dank für Euer Interesse, es macht mir Spaß die Reise nochmals in Gedanken und Bildern vorbeiziehen zu lassen.
Hier ist nun die Fortsetzung:
Von Bombay ging es mit dem Flugzeug weiter, nach Aurangabad. In den folgenden 2 1/2 Tagen haben wir die Stadt selbst sowie die Höhlen von Ellora und Ajanta besichtigt.
Diese Höhlen gehören als bedeutendste historische Bauwerke Indiens zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurden im 2.- 10. Jh. von indischen Künstlern und Gläubigen des Buddhismus, Jainismus und Hinduismus geschaffen. Ganze Kathedralen, Kapellen und Klöster hat man damals in den Fels gehämmert und zusätzlich reich mit Skulpturen ausgeschmückt.
Eigentlich sind alle Höhlen beeindruckend, aber das großartigste Bauwerk in Ellora ist der Kailasha Tempel. Aus dunklem Vulkangestein wurde ein Shiva Tempel gehauen, dem mystischen Berg Kailash, dem Wohnsitz der Götter, nachempfunden.
In Ajanta können neben wunderschönen Skulpturen auch farbenfrohe Felsmalereien betrachtet werden, die Geschichten und Legenden aus Buddhas Leben sowie Sitten und Gebräuche am Hof darstellen.
Auf der Fahrt zu den Besichtigungsstätten sind uns immer wieder endlose Karawanen mit Ochsenkarren begegnet. Wanderarbeiter, die als Erntehelfer oder auf Baustellen arbeiten, ziehen mit ihren Familien und ihrem ganzen Hab und Gut zum nächsten Arbeitsplatz.
Von Aurangabad sind wir zurück nach Bombay geflogen und von da aus weiter nach Ahmedabad. Ab jetzt ging es für ca. 5000 Kilometer mit dem Auto weiter. Unser nächstes Ziel war Palitana, im Bundesstaat Gujarat, einer der fünf wichtigsten Pilgerorte der Jains. Hier gibt es eine Kurzinfo zum Jainismus.
Das Tempelgelände mit 836 Marmortempeln liegt auf einem Berg und ist über 3500 Stufen zu erreichen.
Um 6:30 haben wir unseren Aufstieg begonnen, denn er ist entsprechend anstrengend und um die Mittagszeit wird es glühend heiß. Begleitet wurden wir von einem 72-jährigen Reiseführer, der uns immer wieder ermahnt hat langsam und gleichmäßig zu gehen. Er besteigt diesen Berg seit seiner Kindheit mindestens 2x die Woche und ist entsprechend fit gewesen. Ich hatte noch tagelang Muskelkater, denn der Abstieg war nicht weniger anstrengend und vorallem in der prallen Sonne.
Viele Pilger haben sich hochtragen lassen und auch wir wurden am Fuß des Berges von Trägern bestürmt. Wir hätten uns in eine Art Gartenstuhl setzen können, der auf zwei Bambusholmen befestigt ist und von vier Männern getragen wird. Oder im Schneidersitz auf einem an einem Bambusholm aufgehängten Sitz setzen und von zwei Männern getragen werden. Diese Holme liegen ohne irgendeine Polsterung auf den Schultern dieser Träger. Schon das Zusehen hat mir weh getan und mit ihren nicht selten übergewichtigen Pilgern laufen diese dünnen Männer dann ca. zwei Stunden zum Gipfel.
Für uns kam es nicht in Frage uns Hochtragen zu lassen. Trotzdem kommt man auch in Konflikte, weil diese Tragearbeit die einzige Verdienstmöglichkeit für die Männer in dieser Gegend ist.
Hier ist nun die Fortsetzung:
Von Bombay ging es mit dem Flugzeug weiter, nach Aurangabad. In den folgenden 2 1/2 Tagen haben wir die Stadt selbst sowie die Höhlen von Ellora und Ajanta besichtigt.
Diese Höhlen gehören als bedeutendste historische Bauwerke Indiens zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurden im 2.- 10. Jh. von indischen Künstlern und Gläubigen des Buddhismus, Jainismus und Hinduismus geschaffen. Ganze Kathedralen, Kapellen und Klöster hat man damals in den Fels gehämmert und zusätzlich reich mit Skulpturen ausgeschmückt.
Eigentlich sind alle Höhlen beeindruckend, aber das großartigste Bauwerk in Ellora ist der Kailasha Tempel. Aus dunklem Vulkangestein wurde ein Shiva Tempel gehauen, dem mystischen Berg Kailash, dem Wohnsitz der Götter, nachempfunden.
In Ajanta können neben wunderschönen Skulpturen auch farbenfrohe Felsmalereien betrachtet werden, die Geschichten und Legenden aus Buddhas Leben sowie Sitten und Gebräuche am Hof darstellen.
Auf der Fahrt zu den Besichtigungsstätten sind uns immer wieder endlose Karawanen mit Ochsenkarren begegnet. Wanderarbeiter, die als Erntehelfer oder auf Baustellen arbeiten, ziehen mit ihren Familien und ihrem ganzen Hab und Gut zum nächsten Arbeitsplatz.
Von Aurangabad sind wir zurück nach Bombay geflogen und von da aus weiter nach Ahmedabad. Ab jetzt ging es für ca. 5000 Kilometer mit dem Auto weiter. Unser nächstes Ziel war Palitana, im Bundesstaat Gujarat, einer der fünf wichtigsten Pilgerorte der Jains. Hier gibt es eine Kurzinfo zum Jainismus.
Das Tempelgelände mit 836 Marmortempeln liegt auf einem Berg und ist über 3500 Stufen zu erreichen.
Um 6:30 haben wir unseren Aufstieg begonnen, denn er ist entsprechend anstrengend und um die Mittagszeit wird es glühend heiß. Begleitet wurden wir von einem 72-jährigen Reiseführer, der uns immer wieder ermahnt hat langsam und gleichmäßig zu gehen. Er besteigt diesen Berg seit seiner Kindheit mindestens 2x die Woche und ist entsprechend fit gewesen. Ich hatte noch tagelang Muskelkater, denn der Abstieg war nicht weniger anstrengend und vorallem in der prallen Sonne.
Viele Pilger haben sich hochtragen lassen und auch wir wurden am Fuß des Berges von Trägern bestürmt. Wir hätten uns in eine Art Gartenstuhl setzen können, der auf zwei Bambusholmen befestigt ist und von vier Männern getragen wird. Oder im Schneidersitz auf einem an einem Bambusholm aufgehängten Sitz setzen und von zwei Männern getragen werden. Diese Holme liegen ohne irgendeine Polsterung auf den Schultern dieser Träger. Schon das Zusehen hat mir weh getan und mit ihren nicht selten übergewichtigen Pilgern laufen diese dünnen Männer dann ca. zwei Stunden zum Gipfel.
Für uns kam es nicht in Frage uns Hochtragen zu lassen. Trotzdem kommt man auch in Konflikte, weil diese Tragearbeit die einzige Verdienstmöglichkeit für die Männer in dieser Gegend ist.
Freitag, 14. Dezember 2007
Indien 1
Wie soll man so viele Erlebnisse aus fünf Wochen auf eine verträgliche Menge reduzieren? Ich hoffe, es macht Euch Spaß so ein wenig über meine Indieneindrücke zu lesen und Ihr haltet meine langen Monologe aus. Wen Indien nicht so sehr interessiert, es wird auch immer wieder einige Strickeinträge geben, denn so langsam kommt die Lust auf die Nadeln wieder.
Wenn man Indien hört, denkt man sofort an prächtige Maharajapaläste und Slums, an Gurus und Sadhus, Schlangenbeschwörer, heilige Kühe und bunte Saris. All das und noch viel mehr haben wir gesehen.
Eine Reise nach Indien führt einen in eine Welt extremer Kontraste, Rätsel und Widersprüche - Indien zieht einen einfach in seinen Bann. Es ist aufregend, choatisch, manchmal schwer zu verstehen, aber immer spannend. Die Gegensätze haben unsere Reise begleitet, manchmal waren sie für mich kaum aushalten.
Hier nur einige Beispiele:
Der prunkvolle Maharaja-Palast von Samode, heute eines der teuersten Touristenhotels, steht mitten in einem ganz ärmlichen Dorf.
Junge, akademisch gebildete Inder, die trotzdem von ihren Eltern eine Ehefrau für sich suchen lassen.
Reiche (dicke) Inder, die sich von vier dünnen ausgemergelten jungen Männern auf einen heiligen Berg (Palitana) hochtragen lassen.
Millionen von heiligen Kühen, die gehuldigt und verehrt werden und alles vollsch...en.
Man spaziert durch die Vergangenheit und bewegt sich gleichzeitig in der modernsten Moderne.
Da Indien das Geburtsland großer Weltreligionen ist und eine interessante wie wechselvolle Geschichte aufzuweisen hat war unsere Reise entsprechend kulturlastig. Nix mit Ayurveda, Ashrams, Yoga und Goa. Für meinen Mann war es schon seine 4. Indienreise, für mich meine erste.
Begonnen hat unsere Tour in Bombay - heute Mumbai - und ich hatte am ersten Abend einen richtigen Kulturschock. Die Lautstärke der ständigen Huperei, der Gestank der Abgase, der chaotische Verkehr, die Bettler, die an unser Autofenster klopften, wenn wir irgendwo standen - das alles hat mich nach dem Flug so richtig fertig gemacht.
Aber am nächsten Tag hatte ich mich doch einigermaßen gefangen.
Das war unser Besichtigungsprogramm in Bombay:
Dhobi Ghat (traditioneller Waschplatz), Victoria Terminus (der berühmtesete Bahnhof der Stadt), Prince of Wales Museum, Gateway to India, Mani Bhawan (Mahathma Gandhi Museum), Hindutempel im "Alt-Bombay" mit großem Teich, Hanging Gardens, Türme des Schweigens, Jain Tempel, Crowford Market, alte Kolonialarchitektur (Universität, Kirchen, usw.), Nehru Center mit großer Ausstellung, .....
Drei Besuche möchte ich herausgreifen:
Und Gandhi hat 1939 einen Brief an Hitler geschrieben, den er mit "Dear friend,...." anredet, dann aber an ihn appelliert diesen falsch eingeschlagenen Weg zu verlassen. Er hat auf seinen Brief nie eine Antwort bekommen.
Was einen in Indien immer wieder kurz vor einen Herzinfakt treibt, zumindest einige kurzzeitige Atemstillstände verursacht, ist die indische Fahrweise. Dazu mal mehr in einem anderen Beitrag. Wer Lust hat kann zur Einstimmung sich mal diese oder auch noch andere kleinen Videosequenzen ansehen, die so im Internet zu finden sind. Indian Driving und Cow crossing street
Wenn man Indien hört, denkt man sofort an prächtige Maharajapaläste und Slums, an Gurus und Sadhus, Schlangenbeschwörer, heilige Kühe und bunte Saris. All das und noch viel mehr haben wir gesehen.
Eine Reise nach Indien führt einen in eine Welt extremer Kontraste, Rätsel und Widersprüche - Indien zieht einen einfach in seinen Bann. Es ist aufregend, choatisch, manchmal schwer zu verstehen, aber immer spannend. Die Gegensätze haben unsere Reise begleitet, manchmal waren sie für mich kaum aushalten.
Hier nur einige Beispiele:
Der prunkvolle Maharaja-Palast von Samode, heute eines der teuersten Touristenhotels, steht mitten in einem ganz ärmlichen Dorf.
Junge, akademisch gebildete Inder, die trotzdem von ihren Eltern eine Ehefrau für sich suchen lassen.
Reiche (dicke) Inder, die sich von vier dünnen ausgemergelten jungen Männern auf einen heiligen Berg (Palitana) hochtragen lassen.
Millionen von heiligen Kühen, die gehuldigt und verehrt werden und alles vollsch...en.
Man spaziert durch die Vergangenheit und bewegt sich gleichzeitig in der modernsten Moderne.
Da Indien das Geburtsland großer Weltreligionen ist und eine interessante wie wechselvolle Geschichte aufzuweisen hat war unsere Reise entsprechend kulturlastig. Nix mit Ayurveda, Ashrams, Yoga und Goa. Für meinen Mann war es schon seine 4. Indienreise, für mich meine erste.
Begonnen hat unsere Tour in Bombay - heute Mumbai - und ich hatte am ersten Abend einen richtigen Kulturschock. Die Lautstärke der ständigen Huperei, der Gestank der Abgase, der chaotische Verkehr, die Bettler, die an unser Autofenster klopften, wenn wir irgendwo standen - das alles hat mich nach dem Flug so richtig fertig gemacht.
Aber am nächsten Tag hatte ich mich doch einigermaßen gefangen.
Das war unser Besichtigungsprogramm in Bombay:
Dhobi Ghat (traditioneller Waschplatz), Victoria Terminus (der berühmtesete Bahnhof der Stadt), Prince of Wales Museum, Gateway to India, Mani Bhawan (Mahathma Gandhi Museum), Hindutempel im "Alt-Bombay" mit großem Teich, Hanging Gardens, Türme des Schweigens, Jain Tempel, Crowford Market, alte Kolonialarchitektur (Universität, Kirchen, usw.), Nehru Center mit großer Ausstellung, .....
Drei Besuche möchte ich herausgreifen:
Und Gandhi hat 1939 einen Brief an Hitler geschrieben, den er mit "Dear friend,...." anredet, dann aber an ihn appelliert diesen falsch eingeschlagenen Weg zu verlassen. Er hat auf seinen Brief nie eine Antwort bekommen.
Was einen in Indien immer wieder kurz vor einen Herzinfakt treibt, zumindest einige kurzzeitige Atemstillstände verursacht, ist die indische Fahrweise. Dazu mal mehr in einem anderen Beitrag. Wer Lust hat kann zur Einstimmung sich mal diese oder auch noch andere kleinen Videosequenzen ansehen, die so im Internet zu finden sind. Indian Driving und Cow crossing street
Labels:
Indien/India
Indien 1
Wie soll man so viele Erlebnisse aus fünf Wochen auf eine verträgliche Menge reduzieren? Ich hoffe, es macht Euch Spaß so ein wenig über meine Indieneindrücke zu lesen und Ihr haltet meine langen Monologe aus. Wen Indien nicht so sehr interessiert, es wird auch immer wieder einige Strickeinträge geben, denn so langsam kommt die Lust auf die Nadeln wieder.
Wenn man Indien hört, denkt man sofort an prächtige Maharajapaläste und Slums, an Gurus und Sadhus, Schlangenbeschwörer, heilige Kühe und bunte Saris. All das und noch viel mehr haben wir gesehen.
Eine Reise nach Indien führt einen in eine Welt extremer Kontraste, Rätsel und Widersprüche - Indien zieht einen einfach in seinen Bann. Es ist aufregend, choatisch, manchmal schwer zu verstehen, aber immer spannend. Die Gegensätze haben unsere Reise begleitet, manchmal waren sie für mich kaum aushalten.
Hier nur einige Beispiele:
Der prunkvolle Maharaja-Palast von Samode, heute eines der teuersten Touristenhotels, steht mitten in einem ganz ärmlichen Dorf.
Junge, akademisch gebildete Inder, die trotzdem von ihren Eltern eine Ehefrau für sich suchen lassen.
Reiche (dicke) Inder, die sich von vier dünnen ausgemergelten jungen Männern auf einen heiligen Berg (Palitana) hochtragen lassen.
Millionen von heiligen Kühen, die gehuldigt und verehrt werden und alles vollsch...en.
Man spaziert durch die Vergangenheit und bewegt sich gleichzeitig in der modernsten Moderne.
Da Indien das Geburtsland großer Weltreligionen ist und eine interessante wie wechselvolle Geschichte aufzuweisen hat war unsere Reise entsprechend kulturlastig. Nix mit Ayurveda, Ashrams, Yoga und Goa. Für meinen Mann war es schon seine 4. Indienreise, für mich meine erste.
Begonnen hat unsere Tour in Bombay - heute Mumbai - und ich hatte am ersten Abend einen richtigen Kulturschock. Die Lautstärke der ständigen Huperei, der Gestank der Abgase, der chaotische Verkehr, die Bettler, die an unser Autofenster klopften, wenn wir irgendwo standen - das alles hat mich nach dem Flug so richtig fertig gemacht.
Aber am nächsten Tag hatte ich mich doch einigermaßen gefangen.
Das war unser Besichtigungsprogramm in Bombay:
Dhobi Ghat (traditioneller Waschplatz), Victoria Terminus (der berühmtesete Bahnhof der Stadt), Prince of Wales Museum, Gateway to India, Mani Bhawan (Mahathma Gandhi Museum), Hindutempel im "Alt-Bombay" mit großem Teich, Hanging Gardens, Türme des Schweigens, Jain Tempel, Crowford Market, alte Kolonialarchitektur (Universität, Kirchen, usw.), Nehru Center mit großer Ausstellung, .....
Drei Besuche möchte ich herausgreifen:
Und Gandhi hat 1939 einen Brief an Hitler geschrieben, den er mit "Dear friend,...." anredet, dann aber an ihn appelliert diesen falsch eingeschlagenen Weg zu verlassen. Er hat auf seinen Brief nie eine Antwort bekommen.
Was einen in Indien immer wieder kurz vor einen Herzinfakt treibt, zumindest einige kurzzeitige Atemstillstände verursacht, ist die indische Fahrweise. Dazu mal mehr in einem anderen Beitrag. Wer Lust hat kann zur Einstimmung sich mal diese oder auch noch andere kleinen Videosequenzen ansehen, die so im Internet zu finden sind. Indian Driving und Cow crossing street
Wenn man Indien hört, denkt man sofort an prächtige Maharajapaläste und Slums, an Gurus und Sadhus, Schlangenbeschwörer, heilige Kühe und bunte Saris. All das und noch viel mehr haben wir gesehen.
Eine Reise nach Indien führt einen in eine Welt extremer Kontraste, Rätsel und Widersprüche - Indien zieht einen einfach in seinen Bann. Es ist aufregend, choatisch, manchmal schwer zu verstehen, aber immer spannend. Die Gegensätze haben unsere Reise begleitet, manchmal waren sie für mich kaum aushalten.
Hier nur einige Beispiele:
Der prunkvolle Maharaja-Palast von Samode, heute eines der teuersten Touristenhotels, steht mitten in einem ganz ärmlichen Dorf.
Junge, akademisch gebildete Inder, die trotzdem von ihren Eltern eine Ehefrau für sich suchen lassen.
Reiche (dicke) Inder, die sich von vier dünnen ausgemergelten jungen Männern auf einen heiligen Berg (Palitana) hochtragen lassen.
Millionen von heiligen Kühen, die gehuldigt und verehrt werden und alles vollsch...en.
Man spaziert durch die Vergangenheit und bewegt sich gleichzeitig in der modernsten Moderne.
Da Indien das Geburtsland großer Weltreligionen ist und eine interessante wie wechselvolle Geschichte aufzuweisen hat war unsere Reise entsprechend kulturlastig. Nix mit Ayurveda, Ashrams, Yoga und Goa. Für meinen Mann war es schon seine 4. Indienreise, für mich meine erste.
Begonnen hat unsere Tour in Bombay - heute Mumbai - und ich hatte am ersten Abend einen richtigen Kulturschock. Die Lautstärke der ständigen Huperei, der Gestank der Abgase, der chaotische Verkehr, die Bettler, die an unser Autofenster klopften, wenn wir irgendwo standen - das alles hat mich nach dem Flug so richtig fertig gemacht.
Aber am nächsten Tag hatte ich mich doch einigermaßen gefangen.
Das war unser Besichtigungsprogramm in Bombay:
Dhobi Ghat (traditioneller Waschplatz), Victoria Terminus (der berühmtesete Bahnhof der Stadt), Prince of Wales Museum, Gateway to India, Mani Bhawan (Mahathma Gandhi Museum), Hindutempel im "Alt-Bombay" mit großem Teich, Hanging Gardens, Türme des Schweigens, Jain Tempel, Crowford Market, alte Kolonialarchitektur (Universität, Kirchen, usw.), Nehru Center mit großer Ausstellung, .....
Drei Besuche möchte ich herausgreifen:
Und Gandhi hat 1939 einen Brief an Hitler geschrieben, den er mit "Dear friend,...." anredet, dann aber an ihn appelliert diesen falsch eingeschlagenen Weg zu verlassen. Er hat auf seinen Brief nie eine Antwort bekommen.
Was einen in Indien immer wieder kurz vor einen Herzinfakt treibt, zumindest einige kurzzeitige Atemstillstände verursacht, ist die indische Fahrweise. Dazu mal mehr in einem anderen Beitrag. Wer Lust hat kann zur Einstimmung sich mal diese oder auch noch andere kleinen Videosequenzen ansehen, die so im Internet zu finden sind. Indian Driving und Cow crossing street
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